Samstag, 12. Januar 2008

die geburt


1. weihnachtsfeiertag, morgens 5:00 uhr
ich merke wie anne aufsteht und frage: "toilette?"
sie antwortet: "meine fruchtblase"
ich: "toilette ist eine gute idee, ich muss auch" (anmerkung: wir haben zwei bäder)
sie: "nein, ich muß nicht, meine fruchtblase..."
ich: "na los, ab zur toilette.."
sie: "FRANK! ICH MUß NICHT, MEINE FRUCHTBLASE IST GEPLATZT!!!"
ich: wie... fruchtblase, aber es ist 5:00 uhr...
ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich mir den startschuß anders vorgestellt, eher so mit langsamen beginn, daß anne die ersten wehen überschlafen hatte, konnte ich ja nicht ahnen...
wieder ich: "bist du dir sicher?"
sie: "JA!"
also schnell das krankenhaus angerufen und uns angekündigt, tasche gegriffen, frau auf die rücksitzbank unseres autos und los ging es, mittlerweile war es auch 5:30 uhr.
zuvor getestete fahrten dauerten so 20 minuten, aber da außer uns wohl keiner auf die idee kam um diese zeit ein kind zu entbinden, waren die strassen leer und wir schafften es in 7 minuten.
auf der entbindungsstation kam anne dann an den wehenschreiber
und nachdem die hebamme unser baby weckte, setzten dann auch merklich die wehen ein. wir kamen anschließend in ein vorwehenzimmer, ein aufenthaltszimmer für uns allein, mit bett, tisch und stühlen, tv und radio und reichlich kaffee für mich.
während anne sich im bett entspannte war ich froh, daß weihnachten war, tv-programm rund um die uhr und somit ablenkung für mich.
für ein geplantes entspannungsbad reichte es nicht mehr, die wehen wurden zu stark.
so gegen 10:30 uhr fragte uns die hebamme, welchen kreissaal wir nehmen wollen, wir hatten die auswahl (klar: freie straßen, freie kreissäle).
von da an ging alles recht zügig, die hebamme umsorgte anne und ich wußte nicht weiter.
massageangebote lehnte anne ab, so wie eigentlich alles.
mit steigender intensität kam ich mir mehr und mehr hilfloser vor, dafür wuchs die achtung vor meiner frau ins unermeßliche...
aufmunternde worte der hebamme an anne gerichtet: "sie machen das ganz wunderbar, sehr gut" kommentierte ich mit den worten: "gut, merken wir uns, machen wir dann einfach beim nächsten kind genauso", woraufhin meine frau liebevoll zischte: "halt einfach die klappe!"
als dann bei anne vor lauter schmerzen fast nichts mehr ging, sie war völlig k.o., nahm die hebamme ihre hand, führte sie nach unten und sagte: "da ist schon das köpfchen, den rest schaffen wir auch noch, oder?" und sie schaffte es, wenige augenblicke später, um 12:03 uhr, war unsere kleine marieke da. es war der wunderbarste augenblick meines lebens, als dieser kleine wurm bei anne auf die brust gelegt wurde und marieke uns anblinzelte.
marieke begrüßte ihre mama, indem sie ihr mit zusammengekniffenen augen auf den bauch pullerte. "tja, markiert, wir gehören zusammen..."
nachdem alle untersuchungen abgeschlossen waren, wir unsere eltern informiert hatten, verbrachten wir den nachmittag damit, unser baby einfach nur zu bestaunen...
stundenlang... wir konnten einfach nicht genug bekommen... und drei tage später holte ich meine beiden frauen dann nach hause.

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