Samstag, 13. August 2011

hendriks geburt...

Nun komme ich endlich dazu über Hendriks Geburt zu schreiben. Aber einen solchen Abend vergisst man nicht so schnell...

Seit einigen Tagen meinte Anne schon, dass es nun wohl soweit sei. Telefonnummern von Geburts- und Krankenhaus lagen schon lange bereit, Geburtstasche stand gepackt auf dem Flur, Babyschale schon im Auto, alles war perfekt durchgeplant. Die heiße Phase begann, als Anne mich am 19. April um kurz vor 19 Uhr auf Arbeit anrief:
"Lass Dir ja nicht einfallen heute länger zu arbeiten."
"Warum?"
"Ich glaube es könnte heute kommen"
"Was? Soll ich ein Taxi nehmen?"
"Nein, reicht mit der Bahn, aber bitte nicht später kommen."
Ich also los und bin kurz nach acht zu Hause. "Und, wie sieht's aus?"
"Na ja, kannst die Schuhe anbehalten, wir haben um halb neun Termin im Geburtshaus..."
"Wie, was... jetzt gleich? Wie weit ist es denn?"
"Wie gesagt, Du kannst die Schuhe anbehalten." Die Wehen spürte sie schon seit 17:45 Uhr.
Marieke kam aus Ihrem Bett und ich meinte nur, sie solle sich schnell mal anziehen, denn für den Ernstfall hatten wir eine Übernachtungsmöglichkeit bei einer Freundin ausgemacht. Marieke verstand nicht so recht, warum sie sich zum schlafengehen wieder anziehen soll, ich wußte auf einmal nicht was ich zuerst tun wollte/sollte/müßte, aber zum Glück hatte Anne die Situation (wie so oft) unter Kontrolle und koordinierte uns...
Anne hatte sich schon Monate zuvor für eine Geburt in einem Geburtshaus entschieden. Ihr Wunsch war eine ambulante Geburt bei wohnlicher Atmosphäre mit einer uns durch regelmäßige Vorsorgetermine bekannten Hebamme. Ein Krankenhaus wurde nur für den Notfall eingeplant.
So, noch schnell eine Decke auf Annes Autositz, falls die Fruchtblase unsere zeitliche Planung durchkreuzt. Das Auto braucht ja keine bleibende Erinnerung...
Fertig, alle ins Auto und zuerst Marieke abgeben. Nebenbei beruhigte mich Anne etwas.
Der Weg ins Geburtshaus war vorher optimal geplant und um diese Uhrzeit die Strassen auch schön leer. Angekommen, durchatmen... Mit "unserer" Hebamme Katja war abgesprochen, dass sie kommt, sobald sich ein Ergebnis abzeichnet. Während wir uns in unser favorisiertes Enbindungszimmer einzogen, als Nordlichter wählten wir Strandkorb und Muscheldeko, wurden wir von Hebamme Caro umsorgt. Nach erster Untersuchung meinte diese, dass es für sie noch nicht so klar sei, ob sich die Geburt wirklich für heute Nacht abzeichnen würde. Bewegung wurde angeregt, dann wäre die Entscheidung des Babys in zwei Stunden erkennbarer. Caro entschuldigte sich danach in einen Termin und so blieben wir die kommenden 1 1/2 Stunden für uns, Anne, ich und ein langer Flur... Mit der Bewegung steigerten sich auch die Wehen. Anne, ich und der Flur lernten uns sehr intensiv kennen und ich versuchte Anne mit einigen aufmunternden Worten die Schmerzen zu lindern.
"Wenn Du am Ende des Flures angekommen bist, solltest Du unbedingt mal um die Ecke gehen"
"Warum?"
"Da ist noch ein anderer Flur und die Küche, siehst einfach mal etwas anderes..."
Nicht so gut...
Bei einer etwas stärkeren Wehe stemmte sich Anne mit den Händen gegen eine Tür, wohl um die Schmerzen besser zu verarbeiten.
"Nicht drücken Schatz, ist abgeschlossen. Du mußt treten, so bekommst Du sie sonst nie auf..."
Nicht so gut...
Auch Aufmunterungen wie "Hast Du beim letzten mal gut aufgepaßt? Dann weißt Du ja noch wie es geht..."
Nicht so gut...
Caro kam auch wieder zurück und das Ergebnis der nächste Untersuchung sah dann auch schon anders aus. "Unsere" Hebamme Katja kam nun hinzu und der Endspurt begann. Vor dem Bett kniend und mit den Armen am Bett abstützend hielt ich Annes Hände, sie versuchte dagegen während der Wehen meine Hände zu brechen. Um kurz nach 00 Uhr war es dann soweit. Die Fruchtblase platzte, ich kniete mittendrin und Katja meinte noch aufmunternd zu Anne "Ich sehe schon das Köpfchen, magst Du mal mit Deiner Hand fühlen?". Anne verneinte, wohl auch um den Blutkreislauf in meinen Händen nicht voreilig wieder freizugeben. Mit einem Platsch war es dann soweit, um 00:14 Uhr landete Hendrik sprichwörtlich auf dem Boden der Tatsachen. In Annes Arm mußte er dann erst einmal realisieren, dass die Pension Mamabauch ein Ende hat. Anschließend durfte ich die Nabelschnur zerschneiden, ein Zurück somit nicht möglich... Glücklich und fertig lagen wir drei dann auf dem Bett und kuschelten. Nebenbei wurden die ausstehenden Untersuchungen durchgeführt, die Möglichkeit Mutterkuchen und Fruchtblase so zu sehen, werde ich wohl nie wieder haben. Aber interessant, Hendriks "alte Möbel" anzuschauen. Die Checks waren alle in Ordnung. Anne nahm anschließend eine erfrischende Dusche und danach machten wir uns kurz nach halb 3 auf den Heimweg. Um 3 lagen Anne, Hendrik und ich in unseren Betten, total fertig, aber glücklich. Ein paar Stunden später, so gegen halb 6, wurden wir dann wieder wach und bestaunten unseren Zwerg bei Tageslicht. Gekommen um zu bleiben...

Montag, 8. August 2011

schwimmbadrutsche...

gestern waren marieke und ich im schwimmbad.
nachdem wir ein wenig im wasser tobten, kam dann die frage "papa, darf ich rutschen?". ich sagte ihr, dass die rutsche gerade von größeren kindern genutzt wurde und ich sie nicht in dieses gedränge lassen wollte. marieke ließ nicht locker und fragte ein paar minuten später wieder. wenig später war die rutsche dann frei, marieke begab sich zur leiter und ich mußte am rutschenende auf sie warten. nach ihr gingen zwei größere jungs die leiter hinauf, wovon der erste ein circa zwölfjähriger, für sein gewicht zu klein geratener bengel war. warum umschreiben, er war so breit wie hoch. nachdem marieke oben ankam vergewisserte sie sich nochmals mit einem blick zu mir, dass ich sie auch ja am ende der rutsche auffange. ich wartete also mit ausgebreiteten armen, als vor mir etwas großes die letzte kurve der rutsche nahm und mir der dicke ins gesicht sprang. als ich wieder auftauchte stand marieke am beckenrand und meinte nur "papa, ich trau mich heute doch nicht..."